Benotungsstandards Deutsche Schule Middlebury Graduiertenprogramm

Prinzipiell gibt es bei uns wie an allen Unis in den USA fünf Notenschritte: Von “A” (sehr gut) bis “F” (durchgefallen) (“E” gibt es nicht)

Dazu wird binnendifferenziert:

93-100% = A      77-79% = C+

90-92% = A-      76-73% = C

87-89% = B+     70-72% = C-

83-86% = B        63-69% = D

80-82% = B-       0-62% = F

NB: Bei mehr als drei unentschuldigten Abwesenheiten vom Kurs erhalten Studierende automatisch ein „F“ für den Kurs, egal, welche Leistungen sie sonst erbracht haben.

NB2: Zur Beurteilung der sprachlichen (grammatischen/ stilistischen) Leistungen der Studierenden gelten im Graduiertenprogramm die Vorgaben, die der CEFR zum Sprachstand eine/ einer Lernenden auf dem B2+/ C1-Level anbietet. Genauere Informationen hier: https://www.uni-due.de/imperia/md/content/ios/ger_globalskala.pdf

Generell gilt für diese Stufe: Lernende können sich (B2+: fast immer) kompetent in verschiedenen Modi (Schreiben, Sprechen) ausdrücken, verfügen über ein der jeweiligen Situation angemessenes (großes) Lexikon (inkl. fachspezifisches Vokabular) und können sich in verschiedensten Kontexten ohne (größere) Probleme spontan, klar und fließend auch einem kundigen Publikum gegenüber äußern. Sie verstehen komplexe Texte verschiedenster Herkunft ohne Probleme auch in ihren impliziten Bedeutungen.

I. Mündliche Leistungen (Unterricht)

A (90-100%) Meldet sich regelmäßig; stellt regelmäßig relevante inhalts- und/oder stil- und sprachbezogene Fragen; ist jeden Tag gut und gründlich vorbereitet (hat alle Texte/Hausaufgaben vorbereitet und kann sofort und meistens richtig/sinnvoll antworten und sich gegebenenfalls kritisch mit der Thematik auseinandersetzen); geht auf die Antworten/Beiträge anderer KursteilnehmerInnen ein und ist in der Lage, interkulturelle Perspektivem einzunehmen/ zu erwägen; Antworten sind vollständig und umfassend; versucht, fehlendes Vokabular durch synonymische Ausdrücke zu umschreiben und den eigenen Ausdruck durch Gebrauch von Synonyma zu bereichern.

B (80-89%) Bereitet sich regelmäßig gut vor; stellt oft inhalts- und/oder stil- und sprachbezogene Fragen; meldet sich oft aber nicht regelmäßig; geht auf Antworten/Beiträge anderer Kursteilnehmer ein und bemüht sich, die Perspektive anderer einzunehmen; Antworten sind meist richtig/sinnvoll, aber es fehlen Details; braucht manchmal Hilfe, um sich verständlich zu machen.

C (70-79%) Meldet sich selten; ist generell nicht gründlich vorbereitet; stellt selten inhaltsund/ oder stil- und sprachbezogene Fragen; antwortet meist nur, wenn aufgerufen; Antworten mangelt es an Details, sind manchmal etwas unverständlich und zeigen wenig Fähigkeit oder Bereitschaft zur kritischen oder multiperspektivischen Reflexion; braucht oft Hilfe, um sich verständlich zu machen; keine Versuche deutlich, von sich zu abstrahieren und differenziertere Standpunkte zu erwägen.

D (63-69%) Meldet sich nicht; stellt fast nie oder nie inhalts- und/oder stil- und sprachbezogene Fragen; wartet darauf aufgerufen zu werden; meistens unvorbereitet; Antworten weisen keine Details auf und sind oft unverständlich oder falsch.

II. Referate und andere Vorträge

A (90-100%) Der Vortrag ist inhaltsreich, interessant und hängt sehr gut zusammen. Der Student/die Studentin spricht (nicht liest) souverän über das gestellte Thema und präsentiert interessante und passende visuelle Materialien. Der Kontakt zu TeilnehmerInnen im Kurs ist stets vorhanden und die Aufmerksamkeit ungeteilt beim/ bei der Vortragenden. Sprachlich gibt es keine oder wenige Fehler, der Vortrag ist einwandfrei zu verstehen, der Stil und das Fachvokabular sind dem Thema absolut angemessen. Falls anwendbar: Ist in der Lage, eine multiperspektivische Sicht auf das Thema anzubieten und anzuregen.

B (80-89%) Der Vortrag ist inhaltlich in Ordnung, wenn auch die letzte Tiefe fehlt, der Zusammenhang ist klar. Der Student/ die Studentin stützt sich ab und zu auf das Lesen von einem Blatt oder von Powerpoint-Folien anstatt frei zu sprechen. Visuelle Materialien sind gut gewählt aber u. U. nicht in letzter Konsequenz genutzt. Sprachlich gibt es einige Fehler, die das Verständnis aber nicht beeinträchtigen. Es gibt deutliche Ansätze, einen dem Thema angemessenen Stil und Fachvokabular zu benutzen. Wo anwendbar: Es gibt Ansätze, das Thema auch aus einer anderen als der eigenen Perspektive zu betrachten, sie sind aber nicht stark entwickelt.

C/D (60-79%) Der Vortrag ist inhaltlich nicht mehr (sehr) überzeugend und ihm fehlt die Tiefe. Der Zusammenhang besteht nur noch lose oder nicht mehr erkennbar, es ist schwer, ihm zu folgen. Der Student/die Studentin liest vorwiegend von einem Blatt oder von Powerpoint-Folien und/oder bietet unzureichende oder keine visuelle(n) Materialien. Sprachlich gibt es viele Fehler, die das Verständnis erschweren bzw. streckenweise unmöglich machen, fach- oder adressatenspezifischer Stil und Fachvokabular sind nicht erkennbar. Wo anwendbar: Es gibt keine Anzeichen dafür, dass ein Bewusstsein dafür besteht, das Thema aus einer anderen als der eigenen Perspektive zu betrachten.

III. Schriftliche Arbeiten

A-Spektrum: Der Text entspricht in vollem Maße den Ansprüchen an eine sorgfältig, fachkundig und gut recherchierte (wissenschaftliche) Arbeit. Das Erkenntnisinteresse ist klar formuliert und zieht sich durch die Arbeit, innovative Thesen sind in logisch nachvollziehbarer Abfolge und ausgewogen präsentiert und durch sorgfältige Einbeziehung existierender Forschungsansätze und eigener Analyse abgestützt. Der Originaltext ist dabei nie aus dem Blick gekommen, Beispiele sind passend und nachvollziehbar eingebaut und interpretiert. Die Arbeit ist in einem dem Thema und Anspruch der Aufgabe angemessenen Deutsch geschrieben, Fachvokabular ist sicher verwendet und der Stil des Ganzen dem Publikum angemessen. Formal sind die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens voll eingehalten (Zitierweise, Bibliographie etc.). Grammatisch gibt es so gut wie keine Mängel. Die angebotenen Ideen und Thesen zeigen einen hohen Bewusstseinsgrad für die Komplexität des Themas und verschiedene Möglichkeiten, es zu bearbeiten. Die Arbeit ließe sich ohne Probleme an einem deutschen Institut zur Bewertung einreichen.

B-Spektrum: Der Text entspricht generell gut den Ansprüchen an eine akademische Arbeit. Die Themenstellung und der Ansatz sind klar, Forschungsansätze sind in die Gedankenführung aufgenommen und unterstützend eingesetzt. Die Thesen sind generell nachvollziehbar, wenn auch nicht immer zuende gedacht oder klar aufeinander bezogen. Gedanken zum Thema beziehen sich eher auf bereits Gesagtes als dass sie Neuland abstecken, aber der Text ist solide gearbeitet und argumentiert. Sprachlich gibt es Ansätze zur Verwendung des angemessenen wissenschaftlichen Vokabulars, hier fehlt noch die Souveränität eines „A“-Aufsatzes. Formal sind die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens generell eingehalten, wenn es auch ein paar Unsicherheiten geben kann. Grammatisch und stilistisch gibt es einige Schwächen, die das Gesamtverständnis jedoch nicht signifikant behindern. Der Text ist stark aus der Perspektive der/des Schreibenden verfasst, verweist jedoch auch auf Möglichkeiten einer anderen Herangehensweise bzw. einer anderen Sicht auf die Dinge.

C-Spektrum: Die Arbeit erfüllt Basisansprüche an das gestellte Thema, kann sich aber nicht selbständig positionieren und bietet keine neuen Ansätze oder Einsichten. Es gibt viel Inhaltsangabe, weniger Analyse und Interpretation. Thesen sind nicht immer logisch nachvollziehbar präsentiert und/ oder durch den Text belegbar. Forschungsansätze oder–ergebnisse sind nicht wirklich berücksichtigt bzw. nur scheinbar nachträglich noch in den Text eingebaut. Sprachlich liest sich der Text noch nicht wie eine Facharbeit, das entsprechende Lexikon ist noch nicht ausgebildet und eingesetzt. Die formalen Virgaben an eine wissenschaftliche Arbeit sind zum Teil nicht eingehalten. Grammatisch und stilistisch gibt es Schwächen bis erhebliche Schwächen, die das Textverständnis zum Teil erschweren. Der Text ist aus der Perspektive der/ des Schreibenden geschrieben und signalisiert, dass der/ die Schreibende kein ausgeprägtes Bewusstsein für die Möglichkeit, auch anders vorzugehen, besitzt.

D-Spektrum: Die Arbeit erfüllt nur mühsam den Basisansprüchen an das gestellte Thema und hat keine klar erkennbare These oder Position. Gedanken sind oft unverbunden und logisch nicht leicht nachvollziehbar formuliert, der Bezug zum interpretierten Text ist streckenweise nur noch marginal erkennbar. Forschungsansätze oder –erkenntnisse sind nicht berücksichtigt oder eher zufällig in den Text eingebaut, es ergibt sich kein klares Bild dessen, was gesagt werden soll. Fachvokabular findet sich kaum und auch nicht korrekt eingesetzt, stilistisch und grammatisch gibt es erhebliche Schwächen, die das Verständnis beim Lesen erschweren. Der Text zeigt keinerlei Bewusstsein für die Möglichkeit, auch anders vorzugehen, formal gibt es erhebliche Mängel.

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